Mindestrente – Mit staatlicher Leistung gegen Altersarmut!

Rund 21 Millionen Rentner leben derzeit in Deutschland, eine Reihe davon eher schlecht als recht. Im Kampf gegen drohende Altersarmut spielt auch die Forderung nach einer Mindestrente eine große Rolle.

Gibt es in Deutschland Mindestrente?

Bisher sieht das deutsche Rentensystem keine gesetzliche Mindestrente vor. Die Höhe der Alterszahlung hängt ab vom individuellen Versicherungsverlauf. Wer länger einzahlt und höhere Beiträge leistet, hat am Ende mehr Rente als jemand, der nur kurz arbeitet oder weniger Beiträge zahlt.

Sozial schwächeren Rentnern hilft aber das System der Grundsicherung. Gedacht ist es für alle in der Bundesrepublik wohnhaften Bürger, die allein mit ihrer Rente den Lebensunterhalt nicht bestreiten können.

Gibt es Pläne in der Politik für Mindestrente?

Konzepte für eine Mindestrente einige Partei vor. Bereits Ende 2012 entwickelte die SPD die Idee einer Solidarrente. Sie soll nach 30 Beitragsjahren aber auch längerer Arbeitslosigkeit oder geringfügiger und in Höhe von 850 Euro gezahlt werden.

Für einer steuerfinanzierte Garantierente von 850 Euro sind die Grünen. Auch hier sind 30 Versicherungsjahre nachzuweisen. Ohne Bedingungen soll es die Mindestrente der Linken eine Mindestrente von 1.050 geben.

Und selbst die inzwischen abgewählte Große Koalition aus CDU und SPD wollte eigentlich in der letzten Legislaturperiode eine solidarische Lebensleistungsrente schaffen. Das Versprechen wurde nicht umgesetzt.

Was sind die Vorteile von Mindestrente?

Eine Mindestrente könnte vor allem Rentner absichern, die lange als Geringverdiener arbeiteten und mit ihren Rentenbeiträgen nicht für eine ausreichende Altersrente vorsorgen konnten. Auch die Gefahr von Altersarmut bei Frauen würde gemindert. Sie widmen sich Haushalt und Kindererziehung und zahlen deshalb wenig oder gar nichts in die Rentenkasse.

Eine Mindestrente, so deren Befürworter, würde auch die Sozialkassen entlasten. Ihre Bezieher brauchen keine Grundsicherung zu beantragen. Die Lebensleistungsrente sollte zum großen Teil aus Steuereinnahmen finanziert werden. Damit hätten auch die Mindestrentner durch Steuerzahlungen die Leistung mitfinanziert.

Was sind die Nachteile von Mindestrente?

  • Hätte jeder Bürger Anrecht auf eine Rente, müssen die Kosten dafür gedeckt werden. Das würde eine höhere Steuerbelastung für jeden bedeuten, geben die Gegner zu bedenken.
  • Gegen die Mindestrente spricht auch, dass sie die Unterschiede zwischen arm und reich nicht bekämpft. Sie würde ein Symptom lindern, nicht die Ursache.
  • Trotz Mindestrente arbeiten weiterhin Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor.
  • Selbständige verzichten auf die freiwillige Rentenversicherung.

Gibt es Mindestrente in anderen Ländern?

Frankreich

Wie das System einer Mindestrente funktioniert, zeigen andere Staaten in Europa. Frankreich zahlte Rentner eine Mindestrente von derzeit 629 Euro. In Griechenland gibt es für alle Bürger mit Versicherungsbeginn vor 1993 rund 490 Euro. Wer später in die Rentenversicherung ging, bekommt 70 Prozent des Mindestlohns, rund 495 Euro.

Italien

In Italien beträgt die Mindestrente im Jahr 6.531 Euro. Die Portugiesen bekommen als Mindestrente 30 Prozent des durchschnittlichen Monatsverdienstes, aber nicht weniger als rund 420 Euro. In Spanien liegt die Mindestrente bei 593,50 Euro für Single-Rentner. Wer verheiratet ist, erhält eine zusätzliche Zahlung. Ab 65 Jahren liegt die Mindestrente bei 635 Euro.

Zypern

Auf Zypern bekommen alle als Mindestrente 85 Prozent der vollen Grundrente. Mehr gibt es bei unterhaltspflichtigen Personen im Haushalt. In den Niederlanden ist die Mindestrente an den gesetzlichen Mindestlohns gekoppelt. In Schweden erhalten alle Bürger eine Einheitsrente, die als Mindestrente zählt. Höher wird durch Beträge, die Arbeitnehmer im Berufsleben einzahlen.

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Quellen:

Bild: Shutterstock.com/Matej Kastelic

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