Tante Emma Laden eröffnen

Während in den Städten das Konsumangebot stetig zunimmt, kämpfen ländliche Bereiche mit echten Versorgungslücken. Wenn Sie sich überlegen, einen Tante Emma Laden zu eröffnen, erfahren Sie in diesem Beitrag die wichtigsten Eckpunkte zu dieser Geschäftsidee

Welche Voraussetzungen braucht es für die Eröffnung eines Tante Emma Ladens?

Ein Tante Emma Laden bietet einen gewissen Grundstock an Lebensmitteln, aber auch Non-Food-Waren, die im Alltag nachgefragt werden. Im Grund ist der Tante Emma Laden aber trotz seines begrenzten Warensortiments ein Lebensmittelgeschäft und unterliegt daher entsprechenden Auflagen. Unabhängig von der gewählten Rechtsform oder dem Sortiment ist für die Gründung eines Tante Emma Ladens auch einiges an persönlicher Qualifikation gefordert.

Grundlegende Erfahrung im Einzelhandel sollten Sie bereits mitbringen. Diese Qualifikation ist auch dann wichtig, wenn Sie Franchise-Nehmer werden möchten. Weil Einzelhandel-Erfahrung zu den wichtigen Erfolgskriterien gehört, verlangen auch viele Franchise-Geber diese Qualifikation von ihren Partnern.

Ein tatsächlicher Qualifikationsnachweis ist bei der Gründung eines Lebensmittelgeschäfts allerdings nicht notwendig. Der Tante Emma Laden darf dann Lebensmittel verkaufen, benötigt aber für zahlreiche weitere Leistungen, wie beispielsweise den Vertrieb frei verkäuflicher Arzneimittel, eine Sondergenehmigung.

Wenn Sie planen, Ihr Sortiment um selbst hergestellte Lebensmittel oder Frischwaren zu erweitern ist ebenfalls eine Genehmigung notwendig. Erste Anlaufstelle ist dann das Veterinäramt. Hier erfahren Sie, welche Genehmigungen Sie für das geplante Sortiment benötigen. Sie möchten das Portfolio Ihres Tante Emma Ladens erst einmal überschaubar halten? Auch dann ist ein Gesundheitszeugnis die minimale Voraussetzung. Dieses wird vom Ordnungsamt oder dem Veterinäramt ausgestellt. 

Rechtsform und Gewerbeanmeldung für einen Tante Emma Laden?

Auch für einen kleinen Tante Emma Laden benötigen Sie eine Gewerbeanmeldung. Ihr erster Ansprechpartner für diesen Schritt ist das für Ihre Stadt zuständige Gewerbeamt. Hier erfahren Sie, wie die Anmeldung abläuft und welche kosten dabei auf Sie zukommen. In der Regel ist die tatsächliche Anmeldung sehr unkompliziert und in ein paar Minuten erledigt.

Einzelunternehmen ist die häufigste Form

Die Kosten für die Gewerbeanmeldung sind von Amt zu Amt unterschiedlich und betragen in der Regel zwischen 10 und 70 Euro. Genaue Auskunft über diese Kosten gibt das zuständige Gewerbeamt im Voraus gerne. Neben der Gewerbeanmeldung kann abhängig von der gewählten Rechtsform auch ein Eintrag im Handelsregister notwendig werden. Sinnvoll für Tante Emma Läden können beispielsweise eine GmbH, eine UG oder eine GbR sein. Viele Tante Emma Läden sind rechtlich Einzelunternehmen.

GmbH oder UG für Tante Emma Laden

Wenn Sie sich für die Gründung einer UG oder GmbH entscheiden, sind Sie zur Eintragung ins Handelsregister sogar verpflichtet. Gleiches gilt für Sie, wenn Sie eingetragener Kaufmann sind. Tante Emma Läden, die von Einzelunternehmern gegründet werden, die keine Kaufleute sind oder als GbR angemeldet werden sind nicht verpflichtet, ins Handelsregister eingetragen zu werden. Für alle gewerblichen Einzelhändler in der Lebensmittelbranche ist jedoch auch eine Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer verpflichtend. Hier tritt die IHK selbst auf Sie zu, sobald Ihre Gründung dort vom Gewerbeamt informiert wurde. 

Das sollten Sie bei der Entscheidung berücksichtigen

Nur wenige Gründer besitzen einen juristischen Hintergrund, der für diese Entscheidung notwendig wäre. Die Rechtsform Ihres Tante Emma Ladens bestimmt einige grundlegende Punkte, die für Ihr Unternehmen relevant sind, wie beispielsweise die Haftung, das verfügbare Kapital und natürlich auch die Außenwirkung, welche daraus für Kreditgeber und Kunden resultieren.

Gerade in Sachen Haftung sollten Sie genau hinsehen, denn hier geht es um die Entscheidung, ob Sie mit Ihrem Privatvermögen haften. Kapitalgesellschaften, wie beispielsweise die GmbH und die UG haften hingegen mit dem Gesellschaftsvermögen, benötigen dafür aber auch ein stattliches Startkapital. Damit Sie später keine unliebsamen Überraschungen erleben, darf die Wahl der Rechtsform nicht überstürzt werden. Im Zweifel sollten Sie sich von einem Rechtsanwalt gründlich beraten lassen oder an eine Gründerberatungsstelle wenden.

Was gehört in den Businessplan eines Tante Emma Ladens?

Nur sehr selten bringen Gründer gleich das komplette Startkapital für ihren geplanten Tante Emma Laden gleich selbst mit. Die umfangreichen Initialkosten, beispielsweise für die Ladenmiete, Wareneinkauf, Personalkosten, Werbung und vieles mehr summieren sich schnell auf Beträge, die heute kaum jemand einfach auf dem Konto liegen hat.

Um Finanzierungen für den Start des Tante Emma Ladens zu bekommen, ist ein Businessplan unabdingbar. Dieser beschreibt das geplante Konzept, stellt die veranschlagten Start- und Betriebskosten auf und hält weitere unternehmerisch relevanten Punkte fest. Auch eine Analyse der Chancen und Risiken des Standorts gehört dazu, denn diese zeigt Ihren Geldgebern, dass Sie einen langfristigen, nachhaltigen Blick auf Ihre Situation haben.

Ziel Ihres Businessplans ist es zu zeigen, dass Ihr Tante Emma Laden ein rentabler Betrieb ist. Eine umfassende Finanzplanung ist deswegen zwingend Bestandteil des Businessplans. Trotzdem ist es nicht ratsam, mit leerem Portemonnaie bei der Hausbank nach einem Gründungskredit zu fragen. Schließlich fordern die meisten Banken von Ihnen ein gewisses Eigenkapital, das Sie selbst als Sicherheit mit in den Kredit einbringen. Üblicherweise beträgt diese Summe in etwa 20 Prozent der gewünschten Finanzierungssumme. 

Welche Produkte gibt es typischerweise im Tante Emma Laden?

Lebensmittel für die Grundversorgung

Tante Emma Läden sind in erster Linie kleine Lebensmittelgeschäfte, in denen Kunden das nötigste zur Grundversorgung kaufen können. Hier gibt es neben Brot, Obst, und Gemüse auch Wurst- und Käsewaren sowie eine kleine Auswahl an weiteren Milchprodukten im Sortiment. Viele Tante Emma Läden bieten außerdem eine gewisse Auswahl an Getränken, Tee und Kaffee.

Non-Food-Artikel

Der Clou am Tante Emma Laden ist, dass er über diesen Grundbedarf hinaus auch Non-Food-Artikel bietet, die beispielsweise Pflegemittel, Pflaster, Briefmarken, aber auch Werkzeuge, Tabak und vieles mehr umfassen. Hier wird auf kleinem Raum viel geboten, was den Kunden weite Wege bis in die nächste Stadt erspart.

Regionale Produkte

Neben dieser klassischen Produktpalette machen aber auch die regionalen Unterscheide den Tante Emma Laden so interessant. Viele Verbraucher möchten zudem keine industriell vorgefertigte Nahrung und suchen daher bewusst nach regional produzierten Waren, häufig auch in Bio-Qualität. Hier kann der Tante Emma Laden punkten und sogar Kundschaft über das eigene Dorf hinweg anlocken.

Für viele Gründer eines Tante Emma Ladens liegt die Herausforderung in der Gestaltung solch eines individuellen Profils. Ist es einmal bekannt und etabliert schätzen es die Kunden nicht nur als eigenständiges Konsumangebot, sondern auch als wertvolle Ergänzung zur wöchentlichen Fahrt in den Supermarkt. 

Wie und wo findet man die passende Immobilie für einen Tante Emma Laden?

Im Tante Ema Laden muss genug Platz sein, um alle Waren unterzubringen und der Kundschaft Raum für ein komfortables Einkaufserlebnis zu bieten. Typischerweise sind Tante Emma Läden in räumlich eher klein geschnittenen Immobilien zu finden. Dies hat den Vorteil, dass allein schon aufgrund der niedrigen Quadratmeterzahl die Mietkosten überschaubar bleiben, auch in zentralen Lagen.

Eine entsprechende Immobilie zu finden ist aber alles andere als einfach. Hier kann ein ansässiger Makler für Gewerbeimmobilien dabei helfen, den passenden Sitz aufzuspüren. Oder der Zufall hilft bei der Suche und Sie verlieben sich auf dem Nachhauseweg in ein leerstehendes Ladenlokal. Gerade weil auf dem Land die Leerstände zunehmen ist die Suche nach einer passenden Immobilie wahrscheinlich relativ schnell von Erfolg gekrönt.

Wichtig ist im Vorfeld, eine Standortanalyse durchzuführen. Für dörflich gelegene Tante Emma Läden ist die Lage in der Ortsmitte ideal, denn viele Kunden werden zu Fuß kommen. Lange Wege zu am Ortsrand gelegenen Immobilien sollten daher vermieden werden. Zusätzliche Parkmöglichkeiten, aber auch Abstellplätze für Fahrräder, Kinderwägen und Rollatoren zählen ebenfalls zu den Pluspunkten einer geeigneten Immobilie. 

Wie vermarktet man den Tante Emma Laden?

Damit Ihre potentiellen Kunden auch wissen, dass es in ihrem Dorf bald wieder einen Tante Emma Laden geben wird, ist Marketing gefragt, idealerweise schon vor der tatsächlichen Eröffnung. Dies kann in Form von Berichten in den regionalen Medien geschehen oder als Anzeige, mit der die Eröffnung angekündigt wird.

Ein Eröffnungsfest mit Sonderaktionen sollte ebenfalls geplant werden, um den potentiellen Kunden Räumlichkeiten und Warenangebot ihres neuen Treffpunkts vorzustellen. Ist der Laden eröffnet können so genannte Stopper dabei helfen, Laufkundschaft in den Laden zu bringen. Auf diesen Aufstellern können tagesaktuelle Sonderangebote beworben werden, die sich einfach niemand entgehen lassen darf.

Auch wenn Tante Emma Länden im lokal-regionalen Raum agieren kann Online-Marketing sinnvoll sein. Viele Menschen suchen heute bereits nach regionalen Dienstleistungen im Internet und viele Online-Werbemöglichkeiten sind im regionalen Umkreis gut bezahlbar. Eine eigene, suchmaschinenoptimierte Webseite ist dazu eine Grundvoraussetzung. Aber auch traditionelle Flyer- oder Plakatwerbung kann sinnvoll für einen Tante Emma Laden sein, beispielsweise, um Alleinstellungsmerkmale bekannt zu machen.

Werbung auf Google schalten: ads.google.com/werbeprogramme

Braucht man Startkapital für die Gründung eines Tante Emma Ladens?

Welche Summe tatsächlich notwendig ist, bis Ihr Tante Emma Laden eröffnet und seine ersten Monate in der Gewinnzone verbringt, ist sehr individuell. Schon frühzeitig sollten die unmittelbar mit der Gründung zusammenhängenden Kosten genau zusammengestellt werden. Diese einmaligen Kosten beinhalten neben den Gründungskosten bei den zuständigen Ämtern auch Notarkosten, Werbekosten und alle Kosten, die mit dem Umbau und der Einrichtung zusammenhängen.

Je nach geplanter Rechtsform ist bei Banken kein oder nur ein sehr geringes Startkapital notwendig. Wenn Sie allerdings einen umfassenden Kredit für Ihre Gründung benötigen, sollten Sie etwa 20 Prozent der benötigten Summe als Eigenkapital vorliegen haben.

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Quellen

Bild: @fongbeerredhot / shutterstock.com

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