Existenzgründung – 10 Schritte für einen erfolgreichen Start!

Sie haben eine gute Geschäftsidee und möchten sich gerne selbstständig machen? Hier bekommen Sie einen Überblick über die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Existenzgründung. 

Schritt 1: Grundlagen vor dem Start der Existenzgründung

Eigene Fähigkeiten und Interessen analysieren

Nicht jeder Mensch ist ein geborener Unternehmer. Bevor Sie sich an die Existenzgründung wagen, sollten Sie daher zunächst Ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen analysieren. Vermutlich möchten Sie sich in einem Bereich selbstständig machen, der Sie persönlich interessiert. Das ist zumindest ein Vorteil, damit Ihnen die Selbstständigkeit Freude macht und Sie langfristig motiviert bei der Sache bleiben. 

Neben Interesse benötigen Sie außerdem fachliche Kenntnisse über die jeweilige Branche. Kaufmännisches Basiswissen ist ebenfalls eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensgründung. Sie müssen aber kein gelernter Kaufmann sein, die wichtigsten Grundlagen können Sie sich vor der Existenzgründung durch Gründerseminare und Kurse aneignen. 

Ebenso wichtig wie die fachlichen Grundlagen sind bestimmte persönliche Eigenschaften. Als selbstständiger Unternehmer müssen Sie mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, schwankenden Einkünften und den damit einhergehenden Unsicherheiten umgehen können. Weiterhin sollten Sie eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen. Unternehmer müssen belastbar sein und sich in schwierigen Situationen selbst motivieren können.

Erfüllen Sie nicht alle Voraussetzungen, muss das der Unternehmensgründung nicht unbedingt im Wege stehen. Viele dieser Fähigkeiten lassen sich erlernen. Überlegen Sie jedoch, ob Sie bereit sind, langfristig viel Zeit und Engagement für Ihr Unternehmen aufzubringen.

Geschäftsidee formulieren

Am Anfang der Existenzgründung steht die Geschäftsidee. Meist beginnt diese als grobe Vorstellung davon, wie Sie Ihr Geld verdienen möchten. Vielleicht möchten Sie einen Kiosk eröffnen, Ihre originellen Heimdeko-Ideen übers Internet verkaufen oder Hausmeisterdienste anbieten. Je konkreter Ihre Geschäftsidee ist, umso leichter fällt es, diese umzusetzen und gegebenenfalls Investoren von Ihrem Vorhaben zu begeistern. Eine ausformulierte Geschäftsidee ist zudem für die Erstellung des Businessplans relevant. Weiterhin hilft die Ausformulierung dabei, die Realisierbarkeit und die Erfolgsaussichten Ihrer Idee zu überprüfen.

Um Ihre Geschäftsidee weiterzuentwickeln und auszuformulieren, stellen Sie sich die folgenden Fragen:

  • Worauf basiert das Geschäftsmodell? Wie werden Sie konkret Geld verdienen?
  • Welchen Nutzen bringt das Produkt oder die Dienstleistung den Kunden? Welche Probleme löst die Geschäftsidee?
  • Was macht das Produkt oder die Dienstleistung einzigartig? Worin besteht das Alleinstellungsmerkmal, die sogenannte Unique Selling Proposition (USP)?
  • Welchen Kundenkreis möchten Sie ansprechen? Wie setzt sich die anvisierte Zielgruppe zusammen?
  • Wer sind Ihre Wettbewerber? Wie viel Konkurrenz gibt es auf dem Markt? Informationen zu bestehenden Märkten finden Sie zum Beispiel in Fachzeitschriften und auf dem Internetportal des statistischen Bundesamtes destatis.de. 

Franchise in Erwägung ziehen

Wer sich selbstständig machen möchte, kann eine eigene Geschäftsidee umsetzen oder alternativ ein Franchise in Erwägung ziehen. Beim Franchising erwerben Sie gegen Gebühr die Nutzungsrechte an einem erprobten Unternehmenskonzept. Sie dürfen den Markennamen nutzen und erhalten gegebenenfalls weitere Unterstützung durch den Franchisegeber. Details regelt der Franchisevertrag. 

Ein großer Vorteil des Franchisings besteht darin, dass Sie mit einer bekannten und bereits bewährten Marke in die Selbstständigkeit starten. Das erhöht die Erfolgschancen und mindert das unternehmerische Risiko. Als Franchisenehmer sind Sie allerdings Teil eines größeren Systems und müssen sich an gewisse Vorgaben und Spielregeln halten. Dadurch eignet sich Franchising eventuell nicht für Personen, die durch ihre Selbstständigkeit vor allem Unabhängigkeit gewinnen möchten. 

Schritt 2: Businessplan

Einen ausformulierten Businessplan benötigen Existenzgründer unter anderem, um öffentliche Fördergelder zu beantragen. Für Kreditgeber und Investoren bildet er eine unverzichtbare Grundlage, um die Erfolgsaussichten einer Geschäftsidee einzuschätzen. Der Businessplan hilft Ihnen zudem dabei, Ihr Geschäftsmodell präziser auszuarbeiten und ihre strategischen und betriebswirtschaftlichen Ziele genau zu definieren. 

Ein Businessplan setzt sich aus den folgenden wesentlichen Punkten zusammen: 

  • Executive Summary: eine kurze und prägnante Zusammenfassung des Geschäftsmodells.
  • Personal: Vorstellung des Unternehmensgründers und eventueller Mitgründer, mit Fokus auf die für die Existenzgründung relevanten Kompetenzen.
  • Geschäftsidee: Vorstellung des Unternehmenszwecks, stellt den Mehrwert Ihrer Geschäftsidee für die Kunden heraus.
  • Marketing: stellt dar, wie Ihr Angebot am Markt ausgerichtet ist. Enthält unter anderem eine Analyse der Konkurrenz, bestimmt die Marketingziele und leitet daraus konkrete Marketingstrategien ab.
  • Rechtsform: beschreibt die Rechtsform und Personalplanung des Unternehmens, definiert die Wertschöpfungsstufen und analysiert Details zur Standortwahl sowie gegebenenfalls zur Fertigung und Beschaffung Ihrer Produkte.
  • SWOT Analyse: analysiert die Marktchancen Ihrer Geschäftsidee, beschreibt mögliche Risiken sowie geplante Gegenmaßnahmen.
  • Finanzierung: ermittelt anhand konkreter Zahlen den Finanzbedarf Ihres Unternehmens. Zur Finanzplanung gehören unter anderem der Liquiditätsplan, die Kapitalbedarfsplanung und ein Rentabilitätsplan. Der Liquiditätsplan soll die langfristige Zahlungsfähigkeit Ihres Unternehmens sicherstellen. Er erfasst alle Einnahmen und Ausgaben für einen bestimmten Zeitraum, meist für sechs bis zwölf Monate. Die Kapitalbedarfsplanung zeigt auf, welche Investitionen Sie planen und wie viel Kapital Sie zum Beispiel für Betriebsmittel, Bürobedarf und weitere Anschaffungen aufbringen müssen. Der Rentabilitätsplan ist eine Ertragsvorschau und ermittelt den zu erwartenden Ertrag Ihrer Geschäftsidee. 

Schritt 3: Gründungsfinanzierung

existenzgründung businessplan

Eine gesicherte Finanzierung ist die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg Ihrer Existenzgründung. Sie können Ihr Unternehmen aus Eigenkapital finanzieren, Fremdkapital in Anspruch nehmen oder von öffentlichen Fördermitteln Gebrauch machen.

Eigenkapital 

Können Sie Ihre Existenzgründung komplett aus eigenen Mitteln finanzieren, sichern Sie sich die größtmögliche Unabhängigkeit. Für Freiberufler und einige Dienstleister mag das möglich sein, in vielen Fällen reichen die eigenen finanziellen Mittel aber nicht aus, um das volle Potenzial eines Geschäftsmodells auszunutzen. Daher können Sie dritte Personen als Eigenkapitalgeber ins Boot holen. 

Das Eigenkapital gehört dem Unternehmen und muss im Gegensatz zu einem Kredit nicht zurückgezahlt werden. Als Gegenleistung erhalten die Eigenkapitalgeber jedoch in den meisten Fällen einen Anteil am Unternehmen. Als Miteigentümer übernehmen sie entsprechende Pflichten und das unternehmerische Risiko teilt sich auf mehrere Parteien auf. Eigenkapitalgeber haben aber auch Mitspracherechte bei geschäftlichen Entscheidungen. Wie viel Einfluss sie nehmen können, hängt von der Höhe der erworbenen Geschäftsanteile ab. 

Fremdkapital und Kredite

Das Fremdkapital umfasst Kredite, die Sie zur Existenzgründung aufnehmen. Diese Darlehen müssen Sie nach einem festgelegten Plan zurückzahlen, inklusive der anfallenden Kreditzinsen. 

Gründer, die kein regelmäßiges Einkommen nachweisen können, haben es oft schwer, einen Kredit bei einer Filialbank zu bekommen. Außerdem werden meist Eigenkapital sowie finanzielle Sicherheiten vorausgesetzt. Auf diese Weise versuchen die Banken, das Ausfallrisiko zu minimieren. Verschiedene Kreditgeber haben jedoch spezielle Unternehmens- und Gründerkredite im Angebot. Vergleichen Sie die Konditionen der einzelnen Angebote genau. Vorsicht sollten Sie bei Krediten walten lassen, die ein Darlehen ohne Schufa-Prüfung versprechen. Derartige Angebote sind in der Regel nicht seriös.

Schritt 4: Fördergelder für Existenzgründung beantragen

Förderkredite von KfW und Landesbanken

Fördergelder bei KfW beantragen: kfw.de/existenzgruendung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie die Landesbanken unterstützen Existenzgründer mit verschiedenen Krediten zu günstigen Konditionen.

Die KfW bietet verschiedene Förderkredite mit Summen zwischen 100.000 und 500.000 Euro an. Je nach Modell werden die Kredite für die Teil- oder Vollfinanzierung der Existenzgründung vergeben. Darunter befinden sich auch Kredite, die Sie ohne Eigenkapital und Sicherheiten in Anspruch nehmen können. Die Förderkredite der KfW sind zu Beginn der Laufzeit tilgungsfrei, das bedeutet, Sie zahlen in dieser Zeit lediglich die Kreditzinsen zurück. Das entlastet Existenzgründer in der Anfangsphase, in der häufig nur geringe Einkünfte erzielt werden.

Auch die Landesbanken bieten spezielle Förderkredite für Existenzgründer an. Die Kreditsummen können sich auf mehrere Millionen Euro belaufen. Die Konditionen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, informieren Sie sich daher individuell bei Ihrer zuständigen Landesbank.

Förderung bei ALG1 und ALG2

Fördergelder bei der Agentur für Arbeit beantragen: arbeitsagentur.de/existenzgruendung

Wer die Unternehmensgründung als Chance nutzen möchte, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen, kann verschiedene Fördermittel nutzen. 

Beziehen Sie Arbeitslosengeld 1 (ALG1) und haben noch mindestens 150 Tage Restanspruch, können Sie den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit beantragen. Existenzgründer erhalten nach der Gründung ihres Unternehmens für sechs weitere Monate ALG1 sowie zusätzlich 300 Euro zur sozialen Absicherung. Je nach Fall zahlt die Arbeitsagentur zudem bis zu neun weitere Monate lang eine Absicherung von 300 Euro.

Empfänger von Arbeitslosengeld 2 (ALG2) können beim Jobcenter ein sogenanntes Einstiegsgeld beantragen. Ab Gründungszeitpunkt erhalten Sie bis zu 24 Monate lang eine Förderung in Höhe von 50 bis 100 Prozent des ALG2. Bei besonders zu fördernden Personen zahlt das Jobcenter bis zu 75 Prozent des ALG2.

Zusätzlich können ALG2-Empfänger einen einmaligen Investitionszuschuss beantragen. Das Jobcenter gewährt bis zu 5.000 Euro für die Beschaffung von Sachgütern.

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Infos zu Förderprogrammen des BAFA: bafa.de

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet verschiedene Förderprogramme für technologieorientierte Start-ups an. So können Sie zum Beispiel den “INVEST Zuschuss für Wagniskapital” beantragen, der die Gewinnung von Investoren erleichtern soll. Außerdem unterstützt das BAFA junge Unternehmer bei der Teilnahme an Messen. 

Ein weiteres Förderpaket des BAFA bietet einen Zuschuss zu Beratungsleistungen. Das BAFA übernimmt bis zu 75 Prozent der Beratungsrechnung, maximal 1.500 Euro. Die Beratungsförderung richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler, die seit mindestens einem Jahr am Markt bestehen. Die Beratung muss durch vom BAFA genehmigte Unternehmensberater erfolgen.

Schritt 5: Selbstständigkeit anmelden

existenzgründung Personalsuche

Haben Sie Ihren Businessplan erstellt und das nötige Kapital beisammen, geht es daran, die Selbstständigkeit anzumelden. Freiberufler müssen dafür nicht viel tun, es reicht die Meldung beim Finanzamt. Betriebe der sogenannten Urproduktion (Land- und Forstwirtschaft, Jagd, Fischerei und Bergbau) können ebenfalls auf eine Gewerbeanmeldung verzichten. In diesen Fällen können Sie direkt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und ans Finanzamt senden. 

Alle andere Gründer informieren sich zunächst darüber, ob ihr Gewerbe zu den erlaubnispflichtigen Berufen gehört und holen bei Bedarf die entsprechenden Betriebsgenehmigungen ein. Die nötigen Informationen erhalten Sie bei der IHK sowie bei Berufs- und Brancenverbänden.

Als Gewerbetreibender melden Sie Ihr Unternehmen anschließend beim Gewerbeamt an. Dazu benötigen Sie ein gültiges Ausweisdokument, gegebenenfalls die Betriebserlaubnis und das ausgefüllte Anmeldeformular. Die Gewerbeanmeldung nehmen Sie beim Gewerbeamt der zuständigen Stadt oder Kommune vor. Sie kostet eine geringe Gebühr. 

Nach der Gewerbeanmeldung erhalten Sie vom Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Diesen schicken Sie ausgefüllt zurück. Außerdem fallen die folgenden Schritte an:

  • Anmeldung bei der IHK, für Handwerker bei der Handwerkskammer
  • Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft
  • Falls Sie Mitarbeiter beschäftigen: Beantragung einer Betriebsnummer bei der Arbeitsagentur
  • Mitarbeiter bei der Sozialversicherung anmelden

Schritt 6: Versicherungen

Nicht nur Ihre Mitarbeiter, auch Sie und Ihr Unternehmen selbst sollten gut versichert sein. Um diese Versicherungen sollten Sie sich kümmern: 

Betriebliche Versicherungen

  • Betriebshaftpflichtversicherung: Die Betriebshaftpflicht deckt die Haftpflichtrisiken von Unternehmern und Freiberuflern ab und übernimmt begründete Ansprüche auf Schadenersatz. In einigen Branchen besteht Versicherungspflicht, zum Beispiel für Mediziner und Veterinäre, Architekten und Bauingenieure und für rechts- und steuerberatende Berufe
  • Geschäftsinhalts- oder Firmenversicherung: Die Geschäftsinhaltsversicherung versichert die Räumlichkeiten, Einrichtung und Technik eines Unternehmens gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser und Einbruch. 

Sozialversicherungen

  • Krankenversicherung: Selbstständige haben die Wahl zwischen der privaten und einer freiwilligen gesetzlichen Versicherung. Bedenken Sie, dass der Wechsel von der privaten zurück in die gesetzliche Krankenkasse schwierig werden kann und im fortgeschrittenen Alter nicht mehr möglich ist.
  • Rentenversicherung: Die meisten Unternehmer haben auch bei der Rentenversicherung die Wahl, ob sie sich gesetzlich versichern lassen oder private Optionen in Anspruch nehmen möchten. Einige Berufsgruppen sind gesetzlich rentenversichert, unter anderem freiberufliche Künstler und Publizisten. Angehörige dieser Berufsgruppe können sich bei der Künstlersozialkasse anmelden. Diese übernimmt die Hälfte der anfallenden Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

Private Versicherungen

  • Unfallversicherung: In vielen Fällen sind Unternehmer zum Abschluss einer Unfallversicherung verpflichtet. Ob eine Versicherungspflicht besteht oder nicht, erfahren Sie bei der Berufsgenossenschaft.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sichern Sie sich für den Fall ab, dass Sie Ihr Unternehmen durch Krankheit oder Invalidität nicht mehr weiterführen können.
  • Lebensversicherung: Eine Lebensversicherung dient der Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall.

Welche privaten Versicherungen nötig sind, richtet sich nach Ihrer individuellen Situation und Ihren Bedürfnissen. 

Schritt 7: Büroräume

Existenzgründer müssen auch die Frage klären, wo sie eigentlich ihrer selbstständigen Tätigkeit nachgehen. Freiberufler und Einzelselbstständige, die keinen oder kaum Kundenkontakt haben, können ihr Büro oft im eigenen Zuhause einrichten. Dadurch lässt sich die Miete für Geschäftsräume sparen. 

Wer regelmäßig Kundenkontakt hat, profitiert dagegen von eigenen Büroräumen. Die Kosten hängen vom Standort, der Ausstattung und der Größe der Räumlichkeiten ab. Analysieren Sie, wie viel Platz Sie zum Start Ihres Geschäftes benötigen. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihre Büroräume für Kunden und Auftraggeber gut zu erreichen sind. Dazu gehören auch ausreichend Parkplätze in der Nähe Ihrer Geschäftsräume.

Kostengünstiger als eigene Büroräume sind Co-Working-Spaces. Dabei teilen Sie sich den Arbeitsplatz gemeinsam mit anderen Selbstständigen oder Mitarbeitern diverser Unternehmen. Für Besprechungen und Kundenempfang stehen oft separate Räume zur Verfügung. 

Schritt 8: Personalsuche

Ein erfolgreiches Unternehmen benötigt gutes Personal. Vor der Suche nach geeigneten Mitarbeitern steht eine sorgfältige Personalplanung: Wie viele Mitarbeiter brauchen Sie? Welche Kompetenzen und Fähigkeiten müssen diese mitbringen? Was macht die Arbeit in Ihrem jungen Unternehmen attraktiv? 

Personal können Sie entweder über Jobbörsen im Internet suchen oder Sie geben selbst Stellenanzeigen auf. Auch die Arbeitsagentur kann bei der Vermittlung von Mitarbeitern helfen. Je nach Branche kann es sich schwierig gestalten, qualifiziertes Personal zu finden. Daher empfiehlt es sich, bei den Anforderungen flexibel zu bleiben und eine umfassende Einarbeitung anzubieten. 

Schritt 9: Buchhaltung

Selbstständige und Unternehmer sind einkommenssteuerpflichtig. Als Grundlage zur Berechnung der Einkommenssteuer dienen die Geschäftseinnahmen und Betriebsausgaben. Diese Einnahmen und Ausgaben müssen Unternehmer dem Finanzamt gegenüber nachvollziehbar und glaubhaft nachweisen können. Dazu dient die Buchhaltung.

Eine ordentliche Buchführung hilft zudem dabei, den Überblick über die eigenen Finanzen und die geschäftliche Entwicklung zu behalten. In den meisten Fällen sind Unternehmer gut damit beraten, professionelle Unterstützung durch einen Steuerberater in Anspruch zu nehmen. Die wichtigsten Begriffe der Buchhaltung sollten aber auch jedem Existenzgründer bekannt sein.

Rechnungen  

Die Grundlage der Buchhaltung bilden die Rechnungen, die Sie Ihren Kunden ausstellen. Ordentliche Rechnungen müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, um vom Finanzamt anerkannt zu werden. So muss zum Beispiel die anfallende Umsatzsteuer aufgeführt sein. Informieren Sie sich daher, welcher Umsatzsteuersatz für Ihre Waren oder Dienstleistungen gilt. Bei der Rechnungsstellung können Sie sich an Mustervorlagen orientieren.

Kleingewerbe und Kleinunternehmer

Einnahmen und Ausgaben des Unternehmens erfassen Sie mittels Buchführung. Grundsätzlich besteht für alle Gewerbetreibenden Buchführungspflicht. Diese entfällt jedoch, wenn der Gewinn des Unternehmens unter 60.000 Euro im Jahr liegt bzw. der Umsatz 600.000 Euro pro Jahr nicht übersteigt. Trifft dies zu, können Einzelunternehmen und Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbRs) in der Regel ein Kleingewerbe anmelden und sind von der Buchführungspflicht befreit. Freiberufler und Betriebe der Urproduktion unterliegen ebenfalls nicht der Buchführungspflicht.

Erzielen Sie als Einzelunternehmer Umsätze von unter 17.500 Euro pro Jahr, können Sie die Kleinunternehmer-Regelung des Finanzamts in Anspruch nehmen und sich von der Umsatzsteuer befreien lassen. 

Formen der Gewinnermittlung

Kapitalgesellschaften (AG, GmbH, UG) und ins Handelsregister eingetragene Personengesellschaften (e.K. oder oHG) sind bilanzierungspflichtig. Die Bilanz stellt die Mittelverwendung (Aktiva) der Mittelherkunft (Passiva) gegenüber. Beide werden in unterschiedlichen Konten geführt, weswegen man auch von doppelter Buchführung spricht. Bei der Erstellung der Bilanz hilft eine geeignete Buchführungssoftare.

Kleingewerbetreibende und Freiberufler müssen keine Bilanz erstellen, sondern ermitteln ihre Gewinne mittels einer einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR), die zu den amtlichen Vordrucken der Steuersoftware gehört. 

Schritt 10: Unternehmensberatung beim BAFA beantragen

Antrag auf Unternehmensberatung beim BAFA: bafa.de/unternehmensberatung

Bei einer Existenzgründung gibt es viel zu bedenken. Eine gute Beratung hilft, nicht den Überblick zu verlieren und informiert in die ersten Geschäftsjahre zu starten. Eine Unternehmensberatung können Sie zum Beispiel beim BAFA beantragen. Mit dem Programm “Förderung unternehmerischen Know-Hows” unterstützt das BAFA seit 2016 kleine und mittelständische Unternehmen sowie Freiberufler. 

Das neue Programm fasst die bisherigen Förderprogramme des Ministeriums zusammen und wendet sich an Unternehmen, die bereits gegründet sind. Bewerben können sich Jungunternehmen, die noch nicht länger als zwei Jahre am Markt sind, Bestandsunternehmen ab dem dritten Geschäftsjahr und Unternehmen in gesellschaftlichen Schwierigkeiten. Nicht bewerben können sich Selbstständige, die in den Bereichen der Wirtschafts-, Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung tätig sind.

Quellen

Bild: @baranq / shutterstok.com

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