Zwei Teilzeitjobs gleichzeitig

Arbeitet ein Arbeitgeber etwas kürzer als in Vollzeit, spricht man von Teilzeitarbeit. Ein Teilzeitjob ist ideal für Frauen und Männer, die sich nicht zu 100 Prozent für Familie oder Beruf entscheiden können und beides unter einen Hut bringen wollen. 

Was ist ein Teilzeitjob?

Die Teilzeitarbeit ist in Deutschland gesetzlich festgeschrieben und unterscheidet sich von einem klassischen Halbtagsjob. Die offizielle Definition findet sich im Gesetz zur Teilzeit. Laut § 2 (Absatz 1, Satz 1) ist ein Arbeitnehmer teilzeitbeschäftigt, wenn seine regelmäßige Wochen-Arbeitszeit geringer ist als die Arbeitszeit eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers.

Ob man einen Teilzeitjob ausübt oder nicht, hängt somit nicht von den geleisteten Wochenstunden ab. Vielmehr spielt der durchschnittliche Vergleichswert der anderen Beschäftigten in dem Unternehmen eine Rolle. Beträgt die reguläre Vollzeitarbeit bei einem Arbeitgeber 40 Stunden pro Woche, reicht eine Abweichung von einer Stunde aus, damit dies als Teilzeitjob ausgelegt wird. Zur Teilzeitarbeit zählen außerdem geringfügig Beschäftigte und Halbtagsjobber. 

Darf man zwei Teilzeitjobs gleichzeitig haben? 

Dank der Flexibilität der Teilzeitarbeit kann man grundsätzlich zwei Teilzeitjobs zur gleichen Zeit ausführen. Rein rechtlich ist es in Deutschland ausdrücklich erlaubt, bei zwei Arbeitgebern in Teilzeit angestellt zu sein. Man muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen und sich an die gesetzlichen Regelungen halten. Generell hat man als Teilzeitbeschäftigter die gleichen arbeitsrechtlichen Ansprüche wie jeder Vollzeitbeschäftigte.

Regeln für zwei Teilzeitjobs

Als Teilzeitjobber darf man die durch das Arbeitszeitgesetz festgelegte maximal erlaubte Zeit nicht überschreiten. Laut dem deutschen Gesetz darf man an einem Werktag durchschnittlich nicht mehr als 8 Stunden arbeiten.

Eine gewisse Zeit lang darf die tägliche Arbeitszeit auf maximal 10 Stunden (bis zu 60 Wochenstunden) erhöht werden. Dies ist nur erlaubt, wenn man die höhere Arbeitszeit in Zukunft wieder ausgleicht. Entweder entscheidet man sich für das klassische Modell (Teilzeit Classic) oder für Teilzeit Classic Vario (Kombination aus Vollzeit und Teilzeit). 

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Muss der Arbeitgeber über den zweiten Job informiert werden? 

Bevor man einen zweiten Teilzeitjob annimmt, sollte man den Arbeitsvertrag vom ersten Jobs aufmerksam durchlesen. Wurde vertraglich festgehalten, dass man den Arbeitgeber vor Aufnahme einer zweiten Tätigkeit informieren muss oder seine Zustimmung benötigt, sollte man dies berücksichtigen. Selbst wenn in dem Arbeitsvertrag nichts explizit festgehalten wurde, ist es vernünftiger, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen.

Hat man die ausdrückliche Erlaubnis des Arbeitgebers oder hat dieser nichts dagegen, muss der Arbeitgeber der zweiten Teilzeitstelle sein Einverständnis geben. Sollte der neue Arbeitgeber nicht zustimmen, muss man sich entweder für eine der beiden Stellen entscheiden oder in Vollzeit arbeiten.  

Wie werden zwei Teilzeitjobs versteuert? 

Hast Du zwei Teilzeitjobs, so hat man in Deutschland automatisch zwei Steuerklassen. Je nach Familienstand ordnet das zuständige Finanzamt dem ersten Teilzeitjob eine Steuerklasse – von 1 (I) bis 5 (V) – zu. Verdient man in dem zweiten Teilzeitjob mehr als 450 Euro im Monat, bekommt man für diesen vom Finanzamt die Steuerklasse 6 (VI). Sollte man weniger als 450 Euro monatlich verdienen, wird man als Minijobber eingestuft. In einem solchen Fall muss man keine Lohnsteuer bezahlen und erhält keine Steuerklasse für den zweiten Teilzeitjob. 

Mit zwei Teilzeitjobs kann man alternativ selbst bestimmen, welcher der beiden Jobs die Steuerklasse 6 bekommt. Die Abzüge in der Steuerklasse 6 sind vergleichsweise hoch. Aus diesem Grund sollte man die ungünstige Steuerklasse immer für den Teilzeitjob mit dem geringeren Verdienst verwenden.

Die hohe Besteuerung in der Steuerklasse 6 lässt sich einfach erklären: In den anderen 5 Steuerklassen profitiert man als Arbeitnehmer von Freibeträgen. In der Steuerklasse 6 gibt es keinen Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag oder Arbeitnehmer-Pauschalbetrag. Damit bezahlt man ab dem ersten verdienten Euro Steuern. 

Welche Vor- und Nachteile hat ein Teilzeitjob?

Vorteile

Arbeitet man nicht in Vollzeit, sondern weniger, hat man mehr Freizeit und kann sich die Zeit besser einteilen. Im Hinblick auf die Öffnungszeiten der Ämter, Kinder-Betreuungseinrichtungen oder anderer wichtiger Stellen, ist man mit einem Teilzeitjob wesentlich flexibler.

Eltern, die mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können, planen den Tagesablauf so optimal wie möglich. Von dieser Eigenschaft profitieren die Teilzeitjobber oftmals am Arbeitsplatz: Durch die strukturierten Abläufe arbeiten Teilzeitjobber produktiver sowie effektiver.

Nachteile

Im Vergleich zu einem klassischen Vollzeitjob arbeitet man bei einem Teilzeitjob weniger Stunden. Dies macht sich negativ im Portemonnaie bemerkbar. Die geringeren, finanziellen Möglichkeiten führen im schlimmsten Fall dazu, dass man sich privat einschränken muss. Dies negiert etwas den Vorteil der gewonnenen Freizeit. Hat man zwei Teilzeitjobs ist die gesamte, steuerliche Belastung unter dem Strich höher als bei einer einzigen Vollzeitbeschäftigung.

Gemäß dem deutschen Arbeitsrecht ist es schwierig, später wieder von einem Teilzeitjob auf einen Vollzeitjob zu wechseln. Zwar hat man von Gesetzeswegen her einen rechtlichen Anspruch, um von einer Vollzeitstelle auf eine Teilzeitbeschäftigung zu wechseln. Umgekehrt ist der Weg jedoch um einiges steiniger.

FAQ:

Wie werden zwei Teilzeitjobs versteuert?

Hast Du zwei Teilzeitjobs, so hat man in Deutschland automatisch zwei Steuerklassen. Je nach Familienstand ordnet das zuständige Finanzamt dem ersten Teilzeitjob eine Steuerklasse - von 1 (I) bis 5 (V) - zu. Verdient man in dem zweiten Teilzeitjob mehr als 450 Euro im Monat, bekommt man für diesen vom Finanzamt die Steuerklasse 6 (VI).

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Quellen:

Bild: G-Stock Studio/shutterstock.com

Dmitry Poborchiy

Dmitry Poborchiy

B. Eng.

Dmitry ist der Gründer von Bonexo. Nach seinem Studium ist er selbständig geworden und beschäftigt sich jetzt mit der Optimierung von Finanzen für mehr Netto vom Brutto.

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