Lohnfortzahlung im Minijob

Gleiches Recht für alle. Das ist das Grundprinzip in einem demokratischen Staat, wie es die Bundesrepublik selbstverständlich ist.

Dass dieses wichtige Prinzip auch für die Wirtschaft gilt, zeigt der Umgang mit Arbeitnehmern, die in einem Minijob arbeiten und Geld verdienen.

Werden sie krank, haben sie ganz ein Recht auf eine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber im Rahmen der gesetzlich festgelegten Frist von sechs Wochen.

Arbeitgeber tricksen im Krankheitsfall bei der Lohnfortzahlung im Minijob

Doch leider gibt es Arbeitgeber, denen dieses Prinzip in Bezug auf ihre Mitarbeiter mit Minijob fremd ist. Sie nehmen die Krankmeldung von betroffenen Kollegen mit 450-Euro-Job zur Kenntnis. Doch auf die Idee, den Lohn für die Zeit der Krankschreibung weiter zu bezahlen, kommen sie nicht. Laut Umfragen ist der Grund dafür nicht etwa die Unkenntnis der gesetzlichen Vorschriften. Viele Arbeitgeber sehen in Minijobbern eine besondere Art von Mitarbeitern. Ohne Rechte und ohne Schutz.

Dabei schreibt diese die Vorgehensweise unmissverständlich vor. Wer als Minijobber seinem Arbeitgeber vom Arzt eine gültige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegt, bekommt seinen Lohn im Krankheitsfall weiter. Eine Voraussetzung dafür ist jedoch, dass vor seiner Krankheit mindestens vier Wochen lang in der Firma gearbeitet hat.

Die Zeit, in der ein kranker Mitarbeiter mit Minijob nicht im Unternehmen arbeiten kann, muss nicht nachgearbeitet werden. Schon gar nicht, wie manche Chefs es verlangen, ohne Bezahlung.

Der behandelnde Arzt muss dem Minijobber übrigens nur eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. Wichtig ist das für alle, die ihren Nebenjob parallel zum Hauptjob ausüben. Sie dürfen nicht auf eine zweite Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hoffen. Ihrem Arbeitgeber im Nebenjob können sie eine Kopie des Krankenscheins vorlegen. Die Korrektheit bestätigt die Krankenkasse im Zweifelsfall gern.

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Lohn wird beim Minijob im Krankheitsfall weiter gezahlt

Bleibt ein Arbeitnehmer mit einem Minijob wegen einer nicht selbst verschuldeten Erkrankung der Arbeit fern, bekommt er das übliche Gehalt, was ihm laut Arbeitsvertrag zusteht, grundsätzlich weiter gezahlt. Und zwar ohne irgendwelche Abzüge. Die Dauer der Lohnfortzahlung beträgt 42 Tage, das heißt also insgesamt sechs Wochen.

Nicht jeder Mitarbeiter in einem Minijob erzielt jeden Monat den gleichen Verdienst. Manchmal schwankt die Zahl der Arbeitsstunden wegen der Auftragslage. Ist dies der Fall, wird die Höhe des fortzuzahlenden Lohns durch die Errechnung eines Mittelwertes ermittelt.

Nach diesen 42 Tagen gibt es vom Arbeitgeber keinen Lohn im Krankheitsfall mehr. Wer später wegen derselben Erkrankung wieder arbeitsunfähig wird, hat also kein Anrecht auf die Fortzahlung seines Entgelts.

Ein neuer Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall würde jedoch entstehen, wenn der Mitarbeiter vor einer neuen Arbeitsunfähigkeit wenigstens sechs Monate nicht wegen dieser Erkrankung arbeitsunfähig war. Oder wenn seit dem Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit aufgrund dieser Krankheit mindestens zwölf Monate ins Land gegangen sind.

Um dieselbe Krankheit handelt es sich, wenn eine Arbeitsunfähigkeiten auf die identische Ursache, das bedeutet dasselbe Grundleiden, zurückgeführt werden kann. Das kann meistens nur ein Arzt ohne Zweifel feststellen. Eine verlässliche Aussage dazu kann der Mitarbeiter oder der Arbeitgeber beim Arzt selbst oder bei der Krankenkasse anfordern.

Arbeitgeber werden vor Überforderung geschützt

Arbeitgeber in kleineren Unternehmen werden durch die Pflicht zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall manchmal finanziell überfordert. Für diesen Fall hat der Gesetzgeber vorgesorgt. Er sieht deshalb eine Erstattung von 80 Prozent des Geldes vor, dass der Arbeitgeber dem Minijobber zahlt. Das Geld dafür wird von allen Unternehmen erbracht, die sich mit Umlagebeiträgen an diesem Ausgleich beteiligen.

Für alle Mitarbeiter mit einem Minijob und für sämtliche knappschaftlich Versicherten führt die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft das Verfahren der Erstattung durch. Das gilt unabhängig davon, welcher Krankenkasse die Minijobber angehören.

Kein Krankengeld als Minijobber nach sechs Wochen

Nach dem Ende der sechs Wochen Entgeltfortzahlung kann es passieren, dass der Arbeitnehmer mit Minijob ohne Einkommen dasteht. Ein Anspruch auf Krankengeld besteht der Krankenkasse gegenüber nämlich nicht.

Zwar führt der Arbeitgeber bei einem Minijob pauschal Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung ab. Eine automatische Krankenversicherung für dem Minijobber entsteht daraus nicht.

Bis zu einem Verdienst von 450 € im Monat muss er sich auf eine andere Art versichern. Erst ab dem Arbeitseinkommen von 451 € zahlt der Arbeitgeber ausdrücklich Beiträge in die Krankenversicherung. Er muss seinen Arbeitnehmer außerdem bei einer der Krankenkassen anmelden, wenn dieser noch keiner Kasse angehört.

Dem Minijobber selbst, der nach sechs Wochen weiter krank sein sollte, bleibt nur ein Weg. Er muss sich um Grundsicherung oder Hartz IV kümmern. Meldet er sich zum Beispiel im Jobcenter, kann er dort AlG II erhalten, wenn er die Voraussetzungen erfüllt.

Als Bezieher von ALG II ist er nach seiner Anmeldung über das Jobcenter in einer Krankenkasse pflichtversichert. Das gilt auch, wenn er einen Minijob als Zuverdienst ausübt. So lange für ihn ein Anspruch auf Leistung besteht, zahlt der Träger der Leistung alle anfallenden Beiträge.

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Quellen:

Bild: Shutterstock.com/stockfour

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21 Gedanken zu „Lohnfortzahlung im Minijob“

  1. Hallo, ich hätte eine Frage zum Krankengeld bei Aushilfen. Es heißt ja, dass das Arbeitsverhältnis 4 Wochen ohne Unterbrechungen bestehen muss. Aber was bedeutet das genau? Man arbeitet ja nur 1-2 mal die Woche und hat die Probezeit auch eine Bedeutung dabei?

    Vielen Dank!

    Antworten
    • Das Arbeitsverhältnis muss rechtlich bestanden haben. Die geleisteten Arbeitstage sind hier nicht von Bedeutung.
      Das bedeutet – Arbeitsvertrag beginnt 01.10.18 und nach 4 Wochen (Achtung genau auf den Wortlaut achten: 4 Wochen und nicht 1 Monat) beginnt der Anspruch auf Lohnfortzahlung. In diesem Fall wäre es m. Ab. 28.10.18.
      Im übrigen haben Minijobber lediglich Anspruch auf eine 6 wöchige Lohnfortzahlung. Einen Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse im Anschluss gibt es nicht.

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  2. Hallo ,wie ist es mit der Lohnfortzahlung durch Krankheit wenn der Arbeitgeber einen nicht eingeplant hat.
    Also weil man in der Woche nicht gebraucht wird

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  3. hallo ich arbeite auf 450 Euro Basis. aber im Vertrag wird nach Std ausbezahlt das heisst wie viel Std ich mach so viel bekomme ich auch .in der Regel habe ich 350bis 400 im Monat die ich arbeite.jwtzt bin ich krank liege im krankenhaus und werde weiter krank geschrieben. wie ist das .muss der Chef mir trotzdem das Geld zahlen

    Antworten
  4. Hallo ich Arbeite auf nicht mal 400 Euro ich verdiene ca 360 bis 390 Euro bekomme ich wenn ich krank bin weiter mein Geld auch wenn ich Urlaub mache habe ich ein recht auf Lohnfortzahlung?

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    • Nein, ich habe das selber grade, der Arbeitgeber ist laut Gesetz dazu verpflichtet. Mach er es nicht, kannst du zum Anwalt gehen. Dann hat dein Chef ein Problem weil er dann von der Rentenversicherung und Sozialversicherung eine Prüfung bekommt wegen Unterschlagung. Gerne sagen sie das die Gastronomie davon ausgeschlossen ist, ist aber nicht so. Im Falle wegen der Stunden wird geschaut wie man die letzten 3 Monate stundenmässig gearbeitet hat.

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  5. Habe eine Frage wenn im Hauptarbeit krank ist und ein Nebenjob auch krankmeldung schieckt. Warum kann die Firma vom Nebenjob kündigen wegen Krankheit. Ich kann doch nicht beim Hauptarbeit krank sein und Nebenjob Arbeit. Bitte um Rat. Danke

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  6. Hallo,
    Frage: wie ist das mit der Lohnfortzahlung, wenn man nicht die ganze Woche eingeteilt war, wir aber eh nur 1,87 Stunde berechnet bekommen,wenn man krank ist,ich bekomme jetzt die 1,87 Std. nicht wenn ich nicht eingeteilt war…..ist das so richtig?

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  7. Ich arbeite im Minijob nur einen oder zwei Tage in der Woche. Bekomme ich dann solange Krankengeld bis die 42 Tage abgegolten sind? Zieht sich dann über mehrere Monate? MfG

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  8. Ich bin 82 Jahre und habe eine Hilfe für 3 Stunden in der Woche. Wir haben keinen Vertrag, aber Ich habe sie in der Minijobzentrale angemeldet. Muss ich im Krakheitsfall für 6 Wochen Entgeld zahlen?

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  9. Hallo. Was ist, wenn, mir eine OP bevorsteht, die aus gesundheitlichen Gründen getätigt werden muss. Werde ich dann auch weiterhin bezahlt, wenn ich denen eine Krankschreibung vorlege?

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  10. Moin. Meines Wissens bekommt ein 450€ Jobber aber auf den 450€ dann auch Krankengeld,wenn er zusätzlich in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis steht. Stimmt das ?

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  11. Ich arbeite auch im Minijob auf 450 Euro.
    Wenn ich krank bin bekomme ich auch kein vollen Lohn nur einen Anteil genau wie beim Urlaub.
    Ich finde das total ungerecht, wer kann mit helfen das ich das ansprechen kann.
    Die haben mir gesagt das wäre normal das man nur einen Anteil bekommt.
    Ich bin mittlerweile 9 Monate da.
    Gruß Birgit

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  12. Ich arbeite seid da.3 Jahre bei einen Älteren Herren einmal pro Woche für ca 3bis 4 Stunden.Ich Mus mich eventuell operieren lassen und Falle für ca 6 Wochen aus,er bekommt ja das Geld von deiner Versicherung Mus er mir dann auch Krankengeld zahlen.ich bin Ordnung gemäß angemeldet.

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  13. Ich bin Rentnein und arbeite seit Juni auf 450Euro mir auf Nachfrage zu bezahlten Urlaub oder Krank würde vom Arbeitgeber verneint.Keiner der Aushilfe bekommt das,Und es sind sehr viele.was kann ich tun

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  14. Ich habe mich bei meiner Hauptarbeitsstelle verletzt das war ein Arbeitsunfall und ich habe noch ein Nebenjob wo ich ebenso ausfalle,wer bezahlt mir den Verdienstausfall?

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  15. Ich arbeite schon 10 Jahre als 450 Euro Kraft in einer Metzgerei und habe noch nie bei Krankheit eine Lohnfortzahlung bekommen.Musste schon immer die Fehlzeiten nacharbeiten. Finde ich ungerecht.

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