Medikamententester werden

Die gesetzlichen Vorgaben verlangen, dass Medikamente, bevor sie auf den Markt kommen, gründliche auf verschiedene Arten getestet werden. Einer der letzten Tests in diesen vorgeschriebenen Testreihen ist eine Testung “in vivo”, das heißt am lebenden Menschen. Solche Tests werden an freiwilligen Medikamententestern durchgeführt, die dafür eine hohe bis sehr hohe Entlohnung erhalten. 

Was macht ein Medikamententester? 

Medikamententester stellen sich freiwillig für einzelne Tests und ganze Testreihen von neuen Medikamenten zur Verfügung. Sie nehmen Medikamente, die in Kürze auf den Markt kommen werden, ein und testen Wirkung und Nebenwirkung. Zusätzlich wird die Wirkungsweise des Medikaments auf den Tester auch medizinisch genau beobachtet und ausgewertet. Eventuelle leichte Nebenwirkungen, die zuvor noch nicht bekannt werden, werden ebenfalls protokolliert und finden dann Eingang in die Beipacktexte. 

Wer bietet Jobs für Medikamententester an? 

Medikamententester werden in der Hauptsache von Pharmaunternehmen engagiert, die neue oder verbesserte Medikamente entwickelt haben. In den letzten Phasen des Zulassungsverfahrens werden Medikamententester eingesetzt, um die gesetzlich geforderten In-Vivo-Testreihen (übersetzt: am lebenden menschlichen Organismus) durchzuführen. 

Medikamente sind zu diesem Zeitpunkt bereits ausführlich getestet und erforscht und sowohl ihre Wirkung als auch die möglichen Nebenwirkungen sind größtenteils bekannt. Menschen werden hier nicht als lebende Versuchskaninchen für völlig unbekannte Substanzen mißbraucht. 

In geringerem Umfang setzen auch Bundes- und Landesministerien Medikamententester ein, um die Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten genauer zu erforschen und zu untersuchen. 

Wie kann ich mich als Medikamententester bewerben?

Hier geht es zu den Jobs als Medikamententester.

In der Regel kann man sich bei Pharmaunternehmen direkt erkundigen, ob aktuell oder in naher Zukunft Testreihen oder Einzeltests geplant sind. Gegebenenfalls kann man auch seine Daten hinterlassen oder sich in eine Datenbank als potenzieller Tester eintragen lassen.

Für alle Medikamententests ist immer ein bestimmtes Anforderungsprofil festgelegt, das man erfüllen muss, um als Proband in Frage zu kommen. In der Regel werden junge, gesunde Menschen bevorzugt. In einigen Fällen wird aber auch gezielt nach Menschen mit bestimmten Krankheiten, Menschen eines bestimmten Lebensalters oder Menschen mit einer bestimmten körperlichen Konstitution gesucht, um Effekte oder Wirkungsveränderungen des neu entwickelten Medikaments gezielt zu untersuchen. 

Welche Medikamente werden getestet? 

Getestet werden müssen im Rahmen des gesetzlichen Zulassungsverfahrens alle Medikamente, die eine Zulassung brauchen. Das gilt auch für lediglich weiterentwickelte und verbesserte Medikamente, die in ihrer ursprünglichen Form oft schon Jahre auf dem Markt sind. 

Damit weiterentwickelte Medikamente von Pharmafirmen zu einem höheren Preis an Apotheken abgegeben werden können, muss eine deutliche Zusatzwirkung gegenüber der ursprünglichen Medikamentenform belegt werden. Solche Zusatzwirkungen werden ebenfalls über entsprechende Studien und Testreihen belegt. 

Gibt es ein Risiko für Medikamententester?

Bevor Medikamente in vivo, also am Menschen getestet werden, haben sie den größten Teil des vorgeschriebenen Zulassungsverfahrens bereits positiv hinter sich gebracht. Medikamente auf dieser Stufe der Zulassungsfähigkeit sind also grundsätzlich bereits marktreif und entsprechend sicher. 

Ein gewisses Restrisiko besteht allerdings immer, da das Auftreten von bisher unbekannten Nebenwirkungen nie zu 100 % ausgeschlossen werden kann. Jeder Körper reagiert anders und nicht jede individuelle Reaktion ist vorhersehbar. Das gilt allerdings genauso für bereits zugelassene Medikamente und Medikamente, die bereits schon seit Jahren in großen Mengen verordnet werden. Auch dort kann es in einzelnen Fällen zu bisher unbekannten Nebenwirkungen kommen. 

Was sind die Voraussetzungen für Medikamententester? 

Welche genauen Anforderungen bestehen, wird jeweils vom Anforderungsprofil im Einzelfall festgelegt. Das kann im Einzelfall sehr unterschiedlich sein. 

Gibt es keine speziellen Anforderungen an eine Testreihe, werden üblicherweise jüngere und gesunde Menschen bevorzugt, da deren Körper auch am besten mit leichten Nebenwirkungen fertig werden kann. 

Bei längeren Testreihen muss man gelegentlich in der Lage sein, bestimmten Anweisungen zum Lebensstil zu folgen, auch wenn sie dem eigenen Lebensstil zuwiderlaufen. Manche Tests machen es zudem notwendig, den gesamten Testtag oder eventuell auch 24 Stunden länger unter ärztlicher Beobachtung im Testzentrum zu verbringen. Das sollte man gegebenenfalls zeitlich einrichten können. Normalerweise wird man darüber aber bereits im Vorfeld informiert. 

Wie viel kann man als Medikamententester verdienen? 

Da Pharmaunternehmen mit neu entwickelten Medikamenten in den meisten Fällen enorm hohe Gewinne machen, ist auch die Entlohnung für Medikamententester entsprechend hoch. 

Für Einzeltestungen kann man durchaus mit 100 – 250 Euro pro Testtag rechnen. Bei länger dauernden Testreihen, die über mehrere Wochen gehen, ist eine Vergütung von 2.000 bis 3.000 Euro keine Seltenheit.

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Quellen

Bild: ©canva.com

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