Pfandleihhaus

Wer plötzlich in eine finanzielle Schieflage gerät, dem bleibt oftmals nur der Weg zum nächsten Pfandleihhaus. In Frage kommt ein Pfandkredit natürlich nur wenn Wertgegenstände zum Verleihen da sind. Aber wie funktioniert das Beleihen von Wertgegenständen in einem Pfandleihhaus? Und welche Vor- und Nachteile weist es auf?

Was ist ein Pfandleihhaus?

Bei einem Pfandleihhaus handelt es sich um ein spezielles Unternehmen, dessen Aufgabe darin besteht, Menschen einen Kredit zu währen, in dem sie bewegliche Sachwerte an das Pfandleihhaus als Sicherheit übergeben. Der Wert des jeweiligen Gegenstandes, der verpfändet werden soll, wird als Darlehen gewährt. Löst der Kreditnehmer seinen Gegenstand nach einer festgelegten Zeit nicht aus, wird dieser öffentlich versteigert.

Wie funktioniert das Leihen von Geld in einem Pfandleihhaus?

Wird zum Beispiel einem Pfandleihhaus aufgesucht, um wertvollen Schmuck zu verpfänden, besteht der erste Schritt darin, das der Wert und die Echtheit des Schmucks, vom geschulten Personal des Pfandleihhauses, überprüft werden. Anschließend wird ein Preis festgelegt, welchen sich der Darlehensnehmer auszahlen lassen kann. Die dazugehörigen Konditionen sind auf der Quittung zu finden. 

Nun wird der Schmuck für einen festgelegten Zeitraum eingelagert. Dafür fallen festgelegte Gebühren und Zinsen an. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Stichtag. Werden vom Darlehensnehmer bis dahin der Kredit und die angefallenen Kosten nicht bezahlt, besteht zunächst die Möglichkeit, die Frist zu verlängern. Lässt der Kreditnehmer auch diese Frist verstreichen, geht der Schmuck in das Eigentum des Pfandleihhauses über, welches den Gegenstand veräußert.

Welche Gegenstände sind im Pfandleihhaus gefragt?

Besonders gefragt sind Gegenstände, wie hochpreisige Designergürtel, Handtaschen von namhaften Designern bis hin zu teuren Autos. Auch wenn folgende Gegenstände häufig verpfändet werden, sind sie sie nicht so gefragt, da sie einen hohen Wertverlust aufweisen. Dazu zählen Elektroartikel wie Smartphones, Fernsehgeräte und PCs/Laptops. Nach wie vor zu den Wertgegenständen, die am häufigsten verpfändet werden, gehört Schmuck.

Wie viel Geld bekomme ich im Pfandleihhaus?

Wie hoch das jeweilige Darlehen ist, hängt vom gewählten Pfandleihhaus und vom Wert des Pfandes ab. So gibt es Pfandleihhäuser, die sogenannt Kurzkredite in Höhe von 10 bis 10.000 Euro anbieten. Andere bieten Kredite schon ab 5 Euro an. Durchschnittlich werden Kredite in Pfandleihhäusern vergeben, die einen Wert von 300 Euro aufweisen.

Was sind Vor- und Nachteile von einem Pfandleihhaus?

Vorteile:

  • sofortige Auszahlung und schnelle Abwicklung
  • keine Bonitätsprüfung oder Einkommensnachweise notwendig
  • es werden keine Schulden gemacht, da Wertgegenstand als Sicherheit dient

Nachteile:

  • oftmals werden nur 50 Prozent vom eigentlichen Marktwert des Pfandgegenstandes beliehen
  • hohe Gebühren
  • nur 3 Monate Zeit für die Auslösung, Verlängerung kostet Gebühren

Ist Pfandleihhaus eine gute Alternative zum Kredit von der Bank?

Wenn möglich, sollte ein Pfandleihhaus nur in aller höchster Not in Anspruch genommen werden. Bei finanziellen Engpässe ist ein Kurzkredit von der Bank eher zu empfehlen. Hier sind die Konditionen in der Regel deutlich geringer als beim Darlehen von einem Pfandleihhaus. Bei einem Pfandkredit in Höhe von 300 Euro würden zum Beispiel nach einer Laufzeit von 6 Monaten mit Zinsen und Gebühren, Gesamtkosten in Höhe von 50 bis 60 Euro anfallen. Im Vergleich zu einem Bankkredit wäre das ein Jahreszins von stolzen 38 Prozent.

Quellen

Bild: @Nejron Photo / shutterstock.com

Dmitry Poborchiy

Dmitry Poborchiy

B. Eng.

Dmitry ist der Gründer von Bonexo. Nach seinem Studium ist er selbständig geworden und beschäftigt sich jetzt mit der Optimierung von Finanzen für mehr Netto vom Brutto.

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